Laufragebuch

Laufen & Triathlon – von hinten betrachtet

Nihilist

Agnostiker

Xenologophobiker

Bohème

Laufmisantroph

Glencoe

Nach dem aus Schneenot etwas kurz geratenem Seensteig und dem ebenfalls höchstwahrscheinlich ebenso kurzen Schluchtensteig Anfang Oktober möchte ich dieses Jahr noch einige Wanderkilometer unter die Sohlen nehmen. Zeitpunkt Mitte November bis Mitte Dezember. Geplant ist der West Highland Way in Schottland, von Glasgow nach Fort William. Aufgrund vergangener Erfahrungen auf Herbst-/Wintertrips möchte ich ungern allein unterwegs sein. Die Abende im Zelt werden doch recht schnell öde. Absolvieren möchte ich die 152km in 7 Etappen plus einem Ruhetag. Ich möchte also keine Geschwindigkeits- oder Entfernungsrekorde aufstellen, sondern einfach nur gemütlich durch die Natur wandern. Auf der Tour möchte ich weder als Fremdenführer noch als Wandersklave fungieren, sondern suche einen fast gleichberechtigten Partner. Du solltest Spaß an sinnlosen Diskussionen haben und kein Kostverächter sein, nicht schweigsam und kein Dauerfragensteller sein. Der Erlebnisfaktor sollte vor dem Erreichen irgendwelcher Etappenziele stehen. Ich besitze eine vollständige Ausrüstung, allerdings nur ein 1-Personenzelt oder ein 4,5kg wiegendes 2-Mannzelt. Ein leichteres 2-Mannzelt wäre also durchaus erwünscht. Dadurch ist die Übernachtungsweise auch schon festgelegt, wobei nach 4 Tagen Dauerregen auch ein festes Dach und eine Heizung durchaus in Betracht gezogen werden kann. Ich bin gespannt…

Intervalltraining

August 18th, 2010

In der heutigen Mittagspause gab es ein kurzes Intervalltraining. Geplant waren 5 x 1000m, geworden sind es 3 x 500 zu je 2:30. Ich wollte sehen, was momentan so geht. Das Resultat spricht leider für sich. Flasche leer trotz wenig läuferischer Belastung in den letzten Wochen. Nach 500m war jeweils die Luft raus. Es bleibt noch viel zu tun.

Nein, ich bin nicht im Urlaub

August 17th, 2010

auch wenn meine Laufschuhe das teilweise meinen. Ich habe nur viel zu tun, sportlich nichts vor der Brust und fühle mich allgemein recht matt. Mein letzter freier Tag liegt bereits Wochen zurück(18.7.), der nächste ist auch mindestens noch zweistellig entfernt, dazu kommen Medikamente, die ich neuerdings gegen Bluthochdruck nehmen muss. Anfänglich fühlt man sich oft erstmal schlechter. So auch bei mir. Ich laufe konsequent der fehlenden Zeit hinterher. Ca 10 Arzttermine in 4 Wochen (Komplettcheck) und dazu 3 Jobs engen den Terminkalender ziemlich ein. Sicherlich kann man sich auch noch irgendwo einen Lauf einbauen, aber ich war auch froh über etwas Ruhe. Somit komme ich auf sage und schreibe 4 Läufe in 4 Wochen, Gesamtumfang 34km! Am Besten suche ich mir mal einen Trainingslan für 10km raus (auf Tempo, nicht auf am Stück :) ) um mehr Regelmässigkeit reinzubringen.

Dreifacher Wiedereinstieg

Juli 18th, 2010

Oberwaldsee

Genau eine Woche lang habe ich die Beine hoch gelegt. Ab Dienstag stand die Sporttasche jeden Tag im Auto, aber kam nie zum Einsatz. Am Donnerstag habe ich dann erfahren, dass es noch ein freien Startplatz beim Triathlon der Sportfreunde Forchheim gibt. Vidi, veni, ca 30. 300m Schwimmen, 14km Rad und 4km Laufen. Das klingt nach einer entspannten Sonntagmorgenbeschäftigung! Bei recht angenehmen Temperaturen komme ich die gewünschten 90 Minuten vor dem Startschuss an. noch mehr wörter dazu »

Interview mit Honduras

Juli 12th, 2010

der Sieg war mir sicher...

Redaktion: Glückwunsch
Honduras: Danke

Redaktion: Wie fühlt man sich nach so einem Triumph?
Honduras: Zunächst einmal leer und ausgepumpt. Das Turnier war lang und die Runden wurden immer schwerer. Momentan? Zufrieden. Ich war angetreten, um zu gewinnen, daher ist das Überraschungsmoment nicht zu groß gewesen. Erleichtert.

Redaktion: Haben Sie je an Ihrem Erfolg gezweifelt?
Honduras: Vor dem Viertelfinale hatte ich einen Tiefpunkt, an dem ich kurz vor der Aufgabe stand. Zwei mächtige Gegner vor der Brust, Leere in den Beinen, Terminnot am Finaltag, dazu Mörderhitze. Rückblickend hat mir die Schonung am Viertelfinaltag die notwendigen Beine fürs Halbfinale erst ermöglicht.

Redaktion: Wer war der härteste Gegner?
Honduras: Mein Siegeswille. Ich musste mich nicht motivieren, um Laufen zu gehen, habe mich aber mehrfach gefragt, ob dieser Einsatz notwendig ist. Es ist doch nur ein Spiel und es kommt wie es kommt? Pöh! Meine Absicht war es, immer sicher weiter als mein Gegner zu laufen. Dafür habe ich mich immer grob an den bisherigen Laufleistungen orientiert. Wenn z.B. Nigeria im Viertelfinale nicht hätte alles geben müssen, wäre es durch Unkenntnis des Leistungsstands vielleicht richtig eng geworden.

Redaktion: Was war der Schlüssel zum Sieg?
Honduras: Die richtige Taktik und der richtige Gegner zur richtigen Zeit. Durch das Teilen mehrerer Läufe konnte ich so Tagesleistungen absolvieren, die mir am Stück nicht möglich gewesen wären. Auch die Geschwindigkeit spielte keine Rolle, dadurch konnte ich voll auf Distanz gehen. Der 20er vom Finalsonntag in der Mittagshitze hatte sage und schreibe einen Schnitt von knapp über 08:00 min/km. Ein Wunder, dass ich durch die fehlenden Stabilitätskräfte dabei nicht umgekippt bin. Dazu kam der Wunsch, dem Fussballspiel so nahe wie möglich zu kommen, daher die Aufteilung in zwei Halbzeiten und das Mitteilen des Zwischenstands. Auf dem Platz spielt man auch nicht 90 Minuten lang und erfährt dann von der Leistung des Gegners, sondern kennt die Anzahl der aufzuholenden Tore. Die Signalwirkung eines torreichen Morgenlaufs ist andererseits als Aufplustertaktik auch nicht zu verachten. Ebenfalls entscheidend war, dass mein sportlicher Terminkalender verwaist ist und es keine Konflikte mit Trainingsplänen oder Veranstaltungen gab. Mein Fokus konnte im Gegensatz zu anderen Teilnehmern ganz auf dem Laufspiel liegen.

Redaktion: Welches Material hat sie bei ihrem Erfolg unterstützt?
Honduras: Ich wurde mit Kleidung der Firma Gore Running Wear direkt vor der Veranstaltung komplett ausgestattet. Auch bei Mörderhitze noch ein angenehmer Tragkomfort. Weiterhin kam ein Singlet von Nike und ein Shirt von New Balance zum Einsatz. In der Körpermitte Gebrüder Albrecht, Daniel Hechter und IceBreaker. An den Füssen trugen mich Nike Lunar Glide und der New Balance 758 zum Sieg. Technisch ausgerüstet wurde ich von Garmin, auch wenn die Akkuleistung des Forerunner 405 nach knapp 1,5 Jahren deutlich abnimmt und nur noch knapp 3,5h durchhält. Ein persönlicher Dank geht natürlich noch an meine Freundin Mona, die klaglos meine zahlreichen Läufe der letzten Wochen zugelassen hat und sich zwischen den Läufen auch noch taktische Überlegungen anhören durfte.

Redaktion: Sie sind also kein Single? Die Damenwelt wird traurig sein! Aber verraten sie uns doch ein Geheimnis!
Honduras: Geheimnis. Hm? Ich laufe in schwarzen Anzugsocken. Keine Sportsocken, keine Laufsocken. Hatte ich alles mal am Fuss, aber es gab andauernd Probleme mit Blasen und Zehen. Meine Füße schwellen bei Belastung wohl leicht an und brauchen daher jeden Platz im Schuh. Größer kaufen wäre die andere Alternative.

Redaktion: Welche Pläne haben sie noch für das restliche Jahr?
Honduras: Nach so einem Großevent ist erst mal eine Pause angesagt. Der Gesamtumfang der letzten 4 Wochen entsprach nicht dem der vorhergegangenen Monate. Daher werde ich zunächst etwas kürzer treten, um keine Überlastung zu provozieren. Der Fokus wird auf Tempotraining liegen. Aber auch die Teilnahme an einem Herstmarathon ist wieder in greifbare Nähe gerückt. Ursprünglich hatte ich keine große Lust auf die Vorbereitung und ein ähnlich unversöhnliches Ende wie im Vorjahr, aber wenn ich merke, dass die 4-Stunden-Marke zu knacken ist, könnte mich das vielleicht noch umstimmen.

Redaktion: Wollen Sie noch grüßen?
Honduras: Ich grüße die restlichen Teilnehmer des Laufspiels und besonders den CEO Christian Brenner, der das Turnier souverän und zuverlässig geleitet hat. Vielen Dank. Zuletzt noch alle meine direkten Gegner, die mich erst zu diesen Läufen gezwungen haben!

Südafrika vs. Honduras

Fanbase Vorteil Südafrika 1:0
Lauferfahrung Vorteil Honduras 1:1
Erholungszeit Vorteil Südafrika 2:1
Hitzeresistenz Vorteil Südafrika 3:1
ich-kann-länger-als-sie-Faktor Vorteil Honduras 3:2
Bockfaktor Unentschieden 4:3
Quäl-dich-du-Sau-Faktor Unentschieden 5:4
Outfitfaktor Vorteil Honduras 5:5

Der Drops ist noch lange nicht gelutscht!

WM-Laufspiel Halbfinale

Juli 5th, 2010

Zwei Partien werden es auf jeden Fall noch, wie auch mir Fußballfan erst sehr spät klar wurde. Finale oder Looserrunde? Sekt oder Selters? Muskelkrampf oder Warmduschen? Nach dem Wochenende werde ich erstmal ein paar Tage Ruhe benötigen. Schön war es auf jeden Fall jetzt schon, auch wenn so mein geplantes Tempotraining auf der Strecke bleiben musste. Das Bild stammt vom zweiten Spieltag der Vorrunde gegen Spanien, entlang des Pfinz-Entlastungskanals.

WM-Laufspiel Finalrunden

Juni 30th, 2010

Die Vorrunde ist überstanden, jetzt geht es nur noch Partie für Partie, Gegner für Gegner, , die nächste Runde ist jeweils die nächste.
Im Achtelfinale wartete die Elfenbeinküste auf mich, die mit beachtlichen 25km am letzten Vorrundenspieltag aufhorchen liess. Insgeheim hatte ich mit Nordkorea gerechnet, der mit vermutlich einen ruhigeren Dienstag beschert hätte. Weil ich keine Nachmittagshitze riskieren wollte, habe ich mir kurzentschlossen den Vormittag freigenommen und mich auf die Grabener Allee begeben. Frei wie ein Vogel. Das Ladekabel des Forerunners lag im Büro und die Uhr zeigte nur noch 10% Reststrom an. Mit Google Earth habe ich dann genau den 15km Wendepunkt abgemessen und bin gestartet, keine Ahnung in welchem Tempo. noch mehr wörter dazu »

WM Laufspiel 3. Spieltag

Juni 23rd, 2010

Tabellenführung nach 2 Spieltagen, doch leider noch keine Chance zum Beine-hoch-legen. Verliere ich meine 3. Partie, ist aufgrund des Torverhältnisses auch der 1. Platz passe und im Achtelfinale wartet direkt ein großer Brocken. Versuche ich aber die Partie zu gewinnen, gehe ich vielleicht mit nicht ganz so frischen Beinen in die Finalrunde. Meine Beine merken die 28km von Dienstag noch deutlich, es wäre kaum ein Meter mehr möglich gewesen. Was tut man nicht alles für sein Land und für Ruhm und Ehre!

WM Laufspiel 2. Spieltag

Juni 20th, 2010

In weniger als 2 Stunden wartet eine eventuell vorentscheidende Partie auf mich. Das Duell gegen die Schweiz, die das erste Gruppenspiel verloren hat und nun quasi zum Sieg verdammt ist. Wenn ich mich schone und auf das dritte Spiel setze, treffe ich auf den Läufer mit der bislang größten Distanz. Was aber, wenn er morgen nicht kann und daher am letzten Gruppenspieltag Vollgas gibt. Das wäre mein WorstCaseSzenario: Morgen weit laufen und trotzdem verlieren, dann schon am Freitag wieder weit laufen und auch wieder verlieren, weil der Gegner gewinnen muss und weiter laufen kann.
Weitergedacht an ev. folgende Runden stellt sich auch die Frage, wie mit möglichen Gehpausen umgegangen wird? Ab 30km würde ich wohl ohne Gehpausen in meiner momentanen Form kaum auskommen. Zählen die dann bei der Entfernung mit? Aber zunächst müsste ich die Finalrunden erstmal erreichen!